HEugdAdA – Humanistische Europäer gegen die Amerikanisierung des Abendlandes

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Da ist derzeit eine Heuchelei am Werk, die für jeden halbwegs denkenden Menschen kaum erträglich ist. Irgendwelche gewissenlose Rechtspopulisten wie der AfD-Lucke begrüßen es, dass kriminelle Rechtradikale im Verein mit verblendeten und verblödeten Spießern meinen, das „Abendland“ vor der Islamisierung zu schützen. Weil der Islam, das weiß ja jedes Kind, mittelalterlich und inhuman ist sowie auf Expansion setzt. Gleichzeitig – und dies seit mehr als 50 Jahren – kippt ein kaputtes, krankes, ungerechtes, rassistisches und grausames System namens USofA seine widerliche Propaganda über sämtliche Kanäle in die Köpfe von uns Europäern. Wer dagegen auf die Straße ginge, gälte den mainstreamingen Medien als Antiamerikaner und damit als Staatsfeind. Denn die USA klasse zu finden und der US-Politik und -Wirtschaft in den After zu krabbeln, scheint quasi gottgegeben richtig zu sein. Auf der Strecke bleibt die humanistische, aufgeklärte Kultur Europas. Also genau das, was die Dreckschweine von den NazAbKürz-Vereinen vorgeben retten zu wollen. Ja, die christliche Kultur ist nämlich nur der eine Strang, der das Denken, Fühlen und Handeln von Europäern geprägt hat – die andere Wurzel heißt AUFKLÄRUNG!

Die AUFKLÄRUNG ist die wichtigste europäische Errungenschaft der vergangenen 300 Jahre. Ihr Ziel war und ist es, die Menschen aus den Fesseln von Nichtwissen und Aberglaube zu befreien und jedem Individuum die vollständige Teilhabe am Leben zu ermöglichen. Dies kann, so die wesentliche These, nur durch die unbedingte und unaufhörliche Anwendung von Vernunft geschehen. Das Gegenteil von Vernunft ist der Glaube, also etwas einfach als gegeben hinzunehmen, als unabänderlich – zum Beispiel die Ungerechtigkeit der Menschen durch festgeschriebene Ungleichheit. Im 19. Jahrhundert entstand auf dem Boden der Aufklärung und in Bezug auf die Epoche der Renaissance der Humanismus, eine komplexe sozial-philosophische Strömung, deren kleinster gemeinsamer Nenner die Annahme ist, die emanzipierte Menschheit sei in der Lage, die Welt zum Besseren zu wenden, sodass alle Menschen entsprechend ihrer unterschiedlichen Voraussetzungen glücklich werden könnte.

Es sind die großen monotheistischen Religionen, die Aufklärung zu vernichten und den Humanismus zu entwaffnen. Denn das Wesen der Religionen ist es ja, die Menschen zum glauben zu kriegen. Da ist die Vernunft ein gefährlicher Gegner. Der Katholizismus hat jede Form menschlicher Emanzipation immer im selben Maße bekämpft wie dies heute die meisten islamischen Richtungen tun. Wer also das „christliche“ Abendland vor der Islamisierung schützen will, will nur den einen Aberglauben vor dem anderen schützen und hat mit den humanistischen Werten Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit so wenig am Hut wie die IS-Terroristen (die übrigens mit dem Islam als Weltreligion so viel zu tun haben wie Charles Manson mit Jesus). Alle anti-islamischen Initiativen sind also nicht bloß rassistisch, sondern anti-emanzipatorisch.

Was hat das mit den USA zu tun? Dem Land, das einst auf den Werten der Aufklärung (man denke vor allem an Benjamin Franklin) und des Humanismus aufgebaut wurde. In den Vereinigten Staaten hat der Kapitalismus den Rang einer monotheistischen Religion eingenommen. Bestehende Werte wurden pervertiert. Aus dem Begriff der individuellen Freiheit wurde das Symbol des den Staat an sich ablehenden Vertreter des Rechts des Stärkeren. Rassismus wurde zur zweiten Staatsreligion, denn die kleine Clique der besitzenden und herrschenden Weißen verhindern im eigenen Interesse die Gleichberechtigung von Menschen anderer Ethnien. Gleichzeitig wird eine pseudo-christliche, familien-orientierte Glückseligkeit vorgespielt, die sich bestenfalls in absurden Ritualen zeigt. Ein Lebensstil, den sich bestenfalls zehn Prozent der US-Amerikaner erlauben kann, wird zum American Way of Life stilisiert und ganz im Sinne des guten, alten US-Kulturimperialismus in die Welt verströmt. Vorreiter ist die Entertainment-Industrie, die auf ihre profitgierige Art die weltweiten Unterschiede der Kulturen nivelliert. So verbreitet sich in den Köpfen der Menschen ein Weltbild, das davon ausgeht, dass der Mensch schlecht ist und jeder für sich allein kämpft. Und überhaupt: Kämpft und tötet. So werden die Menschen im globalen Maßstab entsolidarisiert. Der Respekt vor der Menschenwürde und die Wertschätzung des Menschenlebens an sich sind abgeschafft. Gewalt herrscht in Amerika, und wir Europäer sollen das für ganz normal halten. Am Ende dieser Entwicklung steht das Ende des Abendlandes – nicht als Ergebnis einer angeblichen Islamisierung Europas.

Es ist also an der Zeit, Montagsdemonstrationen der anderen Art zu initiieren. Die HeugdAdA sollte Kundgebungen veranstalten, bei denen aus den Werken der großen Aufklärer gelesen wird und die Teilnehmer sich zu den humanistischen Werten bekennen. Denn es sind die Aufklärung und der Humanismus, die das ausmachen, was wir Abendland nennen und eben nicht der ganze inhumane Dreck, der aus den USA zu uns herüberschwappt.

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